Ägypten

12. Juli 2013 17:42    |    by admin

Arabische Republik Ägypten

Lage/Geographie
Ägypten liegt in Nordostafrika zwischen dem 22. und 32. Grad nördlicher Breite. Es grenzt im Osten an das Rote Meer und Israel, im Norden ans Mittelmeer, im Westen an Libyen und im Süden an den Sudan.
Fläche: 1.002.000 km².
Verwaltungsstruktur: 27 Verwaltungsbezirke.

Hauptstadt
Kairo

Einwohner
Bevölkerung: ca. 90 Millionen.

Sprache
Die Staatssprache Ägyptens ist Arabisch. Als Korrespondenzsprache im Verkehr mit dem Ausland wird Englisch gesprochen.

Zeitverschiebung
Mitteleuropäische Zeit (MEZ) +1 Stunde (+1h im Winter, im Sommer kein Unterschied)

Stromspannung
220 V, 50 Hz. Zweipolige Steckdosen, für andere Stecker ist ein Adapter erforderlich.

Telefon
Landesvorwahl:+20
NOTRUF: Polizei 122, Touristenpolizei 126, Unfallrettung 123, Feuerwehr 180.

Internet
Länderkürzel: .eg
Internet-Cafés gibt es in allen größeren Städten und Touristenzentren. In den Touristengebieten ist die Internetabdeckung recht gut, zahlreiche Anbieter bieten Surfsticks an. Viele Hotels haben WLAN.

Kleidung
Für den Winter braucht man leichte Wollkleidung, einige Sommersachen und eine Übergangsjacke. Für die übrigen Jahreszeiten sollte man leichte, atmungsaktive Sommerkleidung und für die Abende Jacken mitnehmen. Bei Wüstenfahrten sollte man für die Nächte und frühen Morgenstunden immer warme Sachen dabeihaben. Eine gute Sonnenbrille sowie eine leichte Kopfbedeckung zum Schutz gegen die Sonne sind unerlässlich.
In der Regel sollten Touristen eine zurückhaltende Kleidung wählen, d.h. zu kurze Röcke oder tiefe Ausschnitte sollte man lieber vermeiden. In allen modernen Lokalitäten wie Restaurants, Hotels und Bars in Kairo, Alexandria und anderen Urlaubsorten ist westliche Kleidung normal.

Geld/Währung
Währungseinheit: Ägyptisches Pfund (LE)
1 Ägyptisches Pfund (LE) = 100 Piaster (PT)
Derzeitiger Kurs: 1 Euro = ca. 8 LE

Einfuhr Fremdwährung: unbeschränkt
Einfuhr Landeswährung: bis zu einer Höhe von 1.000 LE
Deklaration: Ja – bei der Ein- und Ausfuhr von Fremdwährung müssen Beträge ab einem Gegenwert von 10.000 USD deklariert werden.
Ausfuhr Fremdwährung: unbeschränkt
Ausfuhr Landeswährung: bis zu einer Höhe von 1.000 LE
Internationale Kreditkarten: Ja – werden von fast allen größeren Hotels akzeptiert.
Geldautomat: Ja – in größeren Städten und Touristenzentren ist Bargeldabhebung mit EC-Karte sowie mit Kreditkarten möglich.

Öffnungszeiten
Banken: So bis Do 8.30-14 Uhr;
Geschäfte: Sa bis Do 10-21 Uhr; Geschäfte sind nicht an Öffnungszeiten gebunden;
Post: Sa/So bis Do 9-14 Uhr;
Büros: Sa bis Do 9-14 Uhr für Behörden; private und sonstige Firmen haben auch am Samstag oder Sonntag geschlossen.

Visum/Einreise
Ein Reisepass ist allgemein erforderlich, er muss zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Auch ein Visum wird benötigt; ein Touristenvisum (bei einem Aufenthalt von maximal 30 Tagen) erhält man direkt bei der Einreise am Flughafen. Reist man auf dem Land- oder Seeweg ein, sollte man sich vorab um das Visum kümmern.

Wetter/Klimainformationen
Ägypten hat teils subtropisches, teils Wüstenklima. Der nördliche Teil des Landes hat ausgesprochenes Mittelmeerklima. Nur in dieser Gegend gibt es so etwas wie Jahreszeiten. Der Süden des Landes hat zwei Jahreszeiten, eine relativ kühle, in der lediglich um die Mittagszeit hohe Temperaturen gemessen werden, und eine heiße Jahreszeit. In den Wüstengebieten bestehen große Unterschiede zwischen den gemessenen Tages- und Nachttemperaturen.
Die angenehmste Jahreszeit sind die Monate von Oktober bis April, speziell die Monate von Dezember bis Februar. Die Mittagstemperaturen liegen dann selten über 25°C, und die Nächte sind mit Temperaturen um die 10°C kühl. Ab Ende April wird es jedoch heiß. Zu dieser Zeit werden in Kairo im Allgemeinen Tagestemperaturen von über 35°C gemessen. Temperaturen von 35-41°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind dann keine Seltenheit. Ab Luxor und weiter südlich sowie in den Wüstengebieten liegen die Temperaturen zu dieser Zeit bei 40°C, an der Mittelmeerküste bei 30-35°C. Die Nachttemperaturen liegen von Ende April bis September selten unter 20°C. Die Luftfeuchtigkeit ist mäßig.
In Kairo üblicherweise gemessene Temperaturen: Der kälteste Monat ist der Januar. Zu dieser Zeit werden morgens ca. 9°C, mittags ca. 19°C gemessen. Der heißeste Monat ist der Juli, in dem die Temperaturen morgens bei etwa 22°C und mittags bei rund 35°C (im Schatten!) liegen.
In Assuan gemessene Temperaturen: Januar ca. 8°C bzw. ca. 23,8°C; Juli ca. 24,5°C bzw. ca. 41°C.

Beste Reisezeit
Für Alexandria, Kairo und die Mittelmeerküste ist das ganze Jahr über Reisezeit. Für Oberägypten eignen sich die Monate Oktober bis April; für die Oasen Oktober bis Mai (im Dezember und Januar ist es nachts dort sehr kalt). Bei Reisen nach Kairo sollte man immer beachten, dass die Sommermonate dort sehr warm werden.

Land und Leute
Geschichte/Politik
Während im Paläolithikum die heutige Wüste Ägyptens fruchtbar und bewohnt war, wurde später die Bevölkerung auf Grund klimatischer Veränderungen dazu gezwungen, nahe des Nils zu siedeln. Zu dieser Zeit begann die eindrucksvolle Geschichte Ägyptens. König Menes gilt als Reichsgründer von Ober- und Unterägypten. Die erste Hauptstadt dieses Reiches war Memphis. Bei Saqqara wurde eine monumentale Grabanlage errichtet. Im Süden war Abydos religiöses und politisches Zentrum. Zu dieser Zeit wurde die ägyptische Schrift ausgebildet.

Im Alten Reich (ca. 2.640-2.200 v. Chr.) wurde die erste Pyramide gebaut, die Stufenpyramide von Djoser bei Saqqara. Die Zeit in der die architektonischen Meisterleistungen der Ägypter entstanden, begann. Der tyrannische Herrscher Cheops ließ im heutigen Stadtbezirk von Kairo Giza eine 146 m hohe Pyramide errichten. Daneben entstanden weitere Pyramiden und die Sphinx. Obelisken entstanden in der fünften Dynastie als Sonnenheiligtümer. Um 2.160 v. Chr. zerbrach das Reich wieder in Ober- und Unterägypten.

Im Mittleren Reich (ca. 2.040-1.650 v.Chr.) führte Mentuhotep die Länder Ober- und Unteräygpten wieder zusammen. Eine wirtschaftliche Blütezeit begann. Es wurden wieder Handelsexpeditionen nach Punt (vermutlich das heute Somalia) geschickt. Die Reichsgrenzen wurden erweitert und gesichert (Sinai, Nubien). Im 19. und 18. Jahrhundert v. Chr. erlebte Ägypten einen blühenden Handel, eine große politische Stabilität und religiöse Weiterentwicklung. Mitte des 17. Jahrhunderts v. Chr. brachen in einen dann durch rasche Herrscherwechsel geschwächten und zerrissenen Staat fremde Völker ein. Die Hyksos regierten Ägypten als “Fremdländer”, bis sie im 15. Jahrhundert zurückgetrieben wurden.

Mit der Gründung des Neuen Reichs (ca. 1.551-1.070 v. Chr.) begann von neuem eine für Ägypten kulturell und künstlerisch große Epoche. Während der Regentschaft von Herrschern wie Amenophis I und Thutmosis I wurden wissenschaftliche und künstlerische Besonderheiten geschaffen. Zu dieser Zeit entstand auch das Tal der Könige als neue Begräbnisstätte westlich von Theben. Mangels anderer Nachfolger regierte die Königin Hatchepsut über zwei Jahrzehnte. An ihrem Totentempel ist eindrucksvoll eine weitere Expedition in das Weihrauchland Punt beschrieben. Unter ihren Nachfolgern drangen die Ägypter in den asiatischen Raum ein und überschritten den Euphrat. Im Anschluss wurden mit diplomatischem Geschick Heiraten arrangiert; unter Amenophis III herrschte unbeschreiblicher Reichtum. Es wurden viele Großbauten errichtet. Amenophis IV, der spätere “Echnaton”, führte den Monotheismus ein und veränderte die künstlerische Darstellung durch Einführung des Realismus. Doch schon bald wurde die vielfältige Götterwelt wieder eingeführt. Unter dem Feldherr und späteren Pharao Haremhab wurde die korrupte Verwaltung reformiert. Später errichtete Pharao Ramses II unzählige Baudenkmäler, wie den kolossalen Tempel von Abu Simbel. Nach der berühmten Hethitherschlacht, in der das ägyptische Heer fast unterging, versöhnten sich die Völker. In der folgenden Zeit wurde Ägypten vor allem durch immer neue Angriffe fremder Völker erschüttert, sodass das ägyptische Reich im elften und zehnten Jahrhundert langsam verblasste.

In der Spätzeit (ca. 600 -332 v. Chr.) wurde Ägypten zunächst von den Persern, dann von den Ptolomäern unter Alexander dem Großen beherrscht (Griechische Zeit). In dieser Zeit wurde auch Alexandria gegründet.

Anschließend fiel Ägypten an die Römer, die von etwa 30 v. Chr. bis circa 395 n. Chr. in Ägypten herrschten. Mit dem Einzug des Christentums in Rom wurde auch Ägypten christianisiert, und Alexandria wurde zu einer Bischofsstadt. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches gehörte Ägypten zum Ostreich Byzanz. Zu dieser Zeit wurde das Land stark ausgebeutet. In der Folgezeit regierten Kalifen, Mamelucken und die Osmanen das Land. Aber auch Napoleon und der Albaner Muhammad Ali hatten eine gewisse Zeit die Macht in Ägypten inne.

Im 19. Jahrhundert n. Chr. wurde der Suezkanal fertig gestellt, der zu der bedeutendsten Wasserstraße der Region wurde. Der finanzielle Untergang Ägyptens führte zu einem enormen britischen Einfluss.

1953 wurde Ägypten eine Republik unter den Präsidenten Nasser und Sadat. Zunächst mit sowjetischen Aufbaumitteln unterstützt, näherte sich Sadat jedoch bald dem Westen. Im Sechstagekrieg zwischen Ägypten und Israel wurde zunächst der gesamte Sinai von Israel annektiert. Mit den Friedensverträgen von 1977 und 1979, in denen der Sinai an Ägypten zurückgegeben wurde, näherten sich Israel und Ägypten wieder an. Dafür distanzierten sich aber die anderen arabischen Staaten von Ägypten. Das Land spielt nach wie vor eine große Rolle bei den Nahost-Friedensbemühungen.

Religion
Die Staatsreligion Ägyptens ist der Islam (sunnitische), daher sind rund 89 Prozent der Ägypter sind Moslems, Christen kommen auf knapp 10 Prozent. Es gibt aber auch eine kleine jüdische Gemeinde.

Vegetation
Große Teile des Landes sind Wüstensteppe; lediglich am Nilufer wachsen Palmen und Akazien. Ägypten hat drei Nationalparks: den Gebel-Elba-Nationalpark im Südosten (hier wächst der einzige natürliche Wald des Landes), den Ras-Mohammed-Nationalpark an der Südspitze der Sinai-Halbinsel (ein einziger Block aus fossilen Korallen) und den Wadi-al-Gamal-Nationalpark in der Arabischen Wüste, der aus zerklüfteten Basalt- und Granitformationen besteht.

Tierwelt
Ägypten weist wegen des trockenen Klimas nur wenige Wildtierarten auf. Etwa 100 verschiedene Fischarten leben im Nil und in den Seen des Deltagebiets. Dabei ist der Artenreichtum im Nil selber zurückgegangen, sehr vermehrt hat sich der Katzenwels. In den Seen finden sich viele Süßwasserfische, besonders schön ist der Afrikabuntbarsch im Nasser-See. Nilkrokodile leben im Nasser-See und können bis zu drei Meter lang werden. Nilpferde sind nicht mehr zu sehen. Im roten Meer findet sich eine reichhaltige Unterwasserwelt mit Korallen, Papageienfisch und dem Juwelen-Zackenbarsch. Auch Haie und Rochen leben hier. Dromedare, Esel, Rinder und Wasserbüffel sind verbreitete Nutztiere. Häufig sieht man Taubenhäuser. In den Wüstengebieten leben Wüstenfüchse, Schakale, Streifenhyänen und Gazellen. Auf dem Sinai streifen einige wenige Leoparden durch Wüste und Berge. Mit etwa 300 verschiedenen Arten bietet Ägypten bei den Vögeln eine große Artenvielfalt. Dazu gehören der Silberreiher, Wiedehopf, Pelikan, Flamingo, Wachtel und Schnepfen. Am häufigsten sieht man den weißen Kuhreiher an den Nilufern. Zu den heimischen Greifvögeln zählen Adler, Falke, Milan und Bussard. Im Frühjahr kommen viele Zugvögel nach Ägypten, die hier auf ihrem Flug in noch südlichere Gefilde Zwischenstation machen.

Kulinarisches
In der ägyptischen Küche isst man viel Hammelfleisch, Geflügel und Gemüse. Gewürzt wird mit frischen Kräutern, gebraten und gekocht mit ausreichend Olivenöl. Nicht zuletzt dieses ist oft für die kleine Magenverstimmung verantwortlich. Zu fast allen Speisen wird Fladenbrot gereicht, das man mit den Händen teilt und in die Speisen und Soßen eintunkt. “Kushari” ist ein Gericht, das auf der Straße angeboten wird (etwas magenfreundlicher auch im Innenhof des Hotels vor dem Ägyptischen Museum in Kairo), und aus Reis, Kichererbsen, Nudeln und Zwiebeln besteht. “Tahina” ist eine Sesamsoße, mit Öl, Kräutern und Knoblauch gewürzt, die oft als Vorspeise gereicht wird und mit Fladenbrot gegessen wird. “Ful” ist das ägyptische Nationalgericht, eine dicke Paste aus braunen Bohnen, die oft in Fladenbrot gefüllt wird. Diese Paste wird von Ägyptern als sehr einfaches Gericht gewertet und ist daher in den Hotels meist nicht zu erhalten. Der “Shai”, schwarzer Tee, wird üblicherweise stark gesüßt gereicht. Sehr schmackhaft ist er auch mit frischer Minze.

Weitere Informationen
www.egypt.travel

Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
Stauffenbergstraße 6/7
10785 Berlin
Tel.: 030/ 4771049
Fax: 030/ 4774000
E-Mail: embassy@Egyptian-Embassy.de
www.egyptian-embassy.de

Generalkonsulat der Arabischen Republik Ägypten
Eysseneckstraße 34
60322 Frankfurt am Main
Tel.: 069/ 95513410
Tel.: 069/ 5972131

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kairo
2, Berlin Str. 2, Zamalek
Kairo 11211
Tel.: 0020 2 27282000
Fax: 0020 2 27282159
E-Mail: info@kairo.diplo.de
www.kairo.diplo.de

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